Andrea Hausmann, Linda Frenzel, Kunstvermittlung 2.0: Konzeptionelle Überlegungen und empirische Ergebnisse

Von Christine Fegerl

Zunächst wird erläutert, dass die Schnittstelle zwischen Kunstvermittlung und Kunstmarketing eng beieinander liegt. Beide Bereiche scheinen nach wie vor zu wenig miteinander zu kommunizieren, obwohl gerade in Hinblick auf die Besucherentwicklung ein großes gemeinsames Potenzial vorliegt. Diese Feststellung wird mit einer Auswertung einer Umfrage unterlegt.

Im zweiten Kapitel werden die unterschiedlichen Arten von Kunstvermittlung in Bezug auf neue Medien veranschaulicht. Neben der Ausstellungsgestaltung und persönlichen Vermittlung im Rahmen von Führungen und Gesprächsreihen etc. werden sog. webbasierte Formate vorgestellt, wie z. B. Social Networks, Mobile Apps, QR-Codes oder Smart-Phone- Guides bis hin zu Augmented Reality. Den BesucherInnen soll damit ein Zugriff auf weitere Informationen bezüglich der Kunstwerke ermöglicht werden.

Aus meiner Sicht heraus ist dazu anzumerken, dass der Wirkungsbereich eines Museums mit dem Einsatz von Web 2.0 in jedem Fall unterstützt und vergrößert werden kann. Allerdings ist dabei im Vorfeld stets das warum, das wie und was wollen wir damit erreichen abzuklären und festzulegen. Die Erfahrungen erweisen sich mitunter dahingehend, dass in manchen Museen webbasierte Tätigkeiten mangels Erfolg auch wieder eingestellt wurden.1

Das dritte Kapitel setzt sich mit den Zielen und den Zielgruppen in der Kunstvermittlung auseinander.

Es zeigt sich, dass webbasierende Maßnahmen nicht allein junge Menschen anspricht, auch ältere Zielgruppen beteiligen zusehends daran.

Aus diesem Grund ist es von Bedeutung, den Einsatz von digitalen Medien für alle Menschen und deshalb barrierefrei zugänglich zu machen. Dafür ist es nicht nur notwendig, eine eigene Budgetierung, sondern auch die Anzahl der Mitarbeiter, die diesen Schwerpunkt im Museum betreuen können, festzulegen. Dafür müssen „verbindliche Entscheidungen getroffen“ werden. Ist dies nicht der Fall, so ist der Wirkungsbereich derartiger Zielsetzungen nicht gewährleistet.

Eine empirische Studie über den Einsatz und die Wirkung von webasierten Formaten im Bereich Kunstvermittlung lässt zunächst erkennen, dass der größte Teil der StudienteilnehmerInnen die Entwicklungen in diesem Bereich begrüßt. Die Umsetzung bzw. die tatsächliche Nutzung erfolgt jedoch nicht immer nach Wunsch. Das mag vielleicht auch an der Generation jener Mitarbeiter liegen, die mit den neuen Medien nicht so ganz vertraut sind. Darüber hinaus ist es von Bedeutung, die nötigen Geldmittel zu lukrieren und bereit zu stellen – diese Entscheidung obliegt der Leitung.

Einig ist man sich zumindest darin, dass mit Kunstvermittlung 2.0 auch ein jüngeres Zielpublikum erreicht werden kann. Zudem ist es möglich, mehr Informationen zur Verfügung zu stellen. Auch die Bindung der Besucher an das Museum wächst.

Abschließend verweist der Text darauf, dass webbasierte Medien die Zielsetzungen der beiden Bereiche Kunstvermittlung und Kunstmarketing fördern und bereichern.

Hausmann, Andrea/Frenzel, Linda (2014): Kunstvermittlung 2.0: Neue Medien und ihre Potenziale. Wiesbaden : Springer Fachmedien Wiesbaden:

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